Mädchen und Burschen tauchten in die Arbeitswelt ein

Silvia Ehrenstraßer (4a) musste Cremes zusammenmischen und diese beschriften. Dabei war äußerste Genauigkeit gefragt.

Anfang Oktober war es für 45 Mädchen und Burschen der Neuen Mittelschule 2 in Wörgl wieder so weit. Sie verbrachten zwei Tage in verschiedenen Betrieben, um zu erfahren, wie es im Arbeitsleben so zugeht.

Für Silvia Ehrenstraßer aus der 4A-Klasse waren die Tage an einem Arbeitsplatz eine völlig neue Herausforderung. “Ich musste Cremes zusammenmischen und die Dosen beschriften”, beschreibt sie ihre Arbeit in der Stadtapotheke Wörgl. “Da musste ich ganz genau arbeiten”, fügt sie hinzu.

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Berufserkundungstage heißen im trockenen Amtsdeutsch diese Tage des Eintauchens in eine für 14-Jährigen völlig neue Welt. Maria Wagner, Lehrerin an der NMS 2 Wörgl, hatte diese zwei Tage schon Monate vorher organisiert. Trotzdem sind die Jugendlichen selbst für ihren Schnupperplatz verantwortlich. “Es mussten jede Schülerin und jeder Schüler ihren respektive seinen Schnupperplatz selbst suchen”, will sie die Jugendlichen dazu bringen sich selbst bei einem Unternehmen als Bewerber zu präsentieren.

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Aber nicht nur Privatbetriebe sind in diese Berufserkundungstage eingebunden. Melanie Atzl aus der 4F-Klasse könnte es sich “durchaus vorstellen, Lehrerin zu werden”. Sie durfte in der Volksschule Angath zeigen, wie gut sie mit Kindern umgehen kann. “In einer Klasse haben wir ein Geburtstagsgeschenk für den Pfarrer angefertigt”, erzählt sie. Danach half sie den Kleinen beim Schreiben und beim Verzieren des Heftes. “Wir haben das ABC durchgemacht und am Ende durfte ich im Werkunterricht mithelfen”, fasste sie zusammen.

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Bei den Buben dominierten die technischen Berufe. Serkan Altunas aus der 4A-Klasse schliff mit einer Flex in der Werkstatt von Scania in Kirchbichl. Andere Buben schraubten in Werkstätten am Unterboden eines Autos.

Insgesamt waren es 30 verschiedene Berufe in 30 Unternehmen, in welchen die Mädchen und Buben schnuppern durften. “Die Schüler müssen so früh wie möglich erfahren, welche Berufsbilder es gibt”, erläutert Maria Wagner. Das sei auch ein Wunsch der Unternehmen. Damit verhindere man, dass Jugendliche mit zu idealistischen Vorstellungen an ihre Berufswahl herangehen.

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