Das Stadtamt stellt sich vor: Das Bürgerbüro der Stadt Wörgl

Das Stadtamt stellt sich vor: Das Bürgerbüro der Stadt Wörgl

Die Sachbearbeiter im Bürgerbüro von links: Karl Schallhart, Angela Pecherstorfer, Herbert Rainer, Viktoria Fischer, Otto Hagleitner, Denise Egger und Mag. Hermann Scharnagl.

Ob Reisepass, Standesfall oder Wohnungsansuchen - das Team des Bürgerbüros ist ein wichtiger Ansprechpartner für alle Wörglerinnen und Wörgler

Während es im restlichen Stadtamt noch ruhig ist, geht es im Erdgeschoss bereits um Punkt 8 Uhr voll zur Sache: Die ersten Bürger treffen im Bürgerbüro in den Abteilungen Standesamt, Meldeamt und Sozialwesen ein. Derzeit gibt es einen großen Ansturm auf die VVT-Tiroltickets, aber auch Hochzeiten haben momentan Hochsaison. "Wir führen jährlich rund 110 Trauungen durch. Das mag auf den ersten Blick nicht viel klingen, jedoch entsteht speziell bei nicht-österreichischen Staatsbürgern oft ein großer bürokratischer Aufwand", weiß Standesbeamter Mag. Hermann Scharnagl. Er und sein Kollege Otto Hagleitner sind neben Wörgl auch für die sieben anderen Gemeinden des Standesamts- und Staatsbürgerschaftsverbandes zuständig. Dazu zählen Angath, Angerberg, Mariastein, Bad Häring, Breitenbach, Kirchbichl und Kundl mit ihren insgesamt rund 33.000 Bürgern.
Jede Hochzeit, aber auch weitere Standesmeldungen wie Sterbefälle oder Geburten werden dabei akribisch im zentralen Personenstandsregister festgehalten. "Bis vor wenigen Jahren wurde noch alles in sogenannten Personenstandsbüchern erfasst. Wir haben einen ganzen Schrank voller Bücher mit Aufzeichnungen ab dem Jahr 1939. Diese zu digitalisieren ist ein großer Aufwand und wird noch einige Jahre dauern, aber sobald ein Bürger einmal im neuen System erfasst ist, kann er sich z.B. seine Geburtsurkunde in jedem Standesamt in ganz Österreich ausstellen lassen", erklärt Otto Hagleitner. Neben Standesfällen ist das Standesamt unter anderem auch für die Ausstellung von Staatsbürgerschaftsnachweisen, Namensänderungen (mit Ausnahme von Wunschnamen), Vaterschaftsanerkennungen und die Friedhofsverwaltung zuständig.

Im Meldeamt behalten Karl Schallhart und Herbert Rainer den genauen Überblick über die Einwohnerzahlen in der Stadtgemeinde. Mit Stichtag 5. Juni waren 13.638 Menschen mit Hauptwohnsitz in Wörgl gemeldet, davon 6971 Frauen und 6667 Männer aus insgesamt 70 Nationen. "Bei uns ist immer etwas los, besonders bei den Reisepässen ist 2017 ein starkes Jahr", so Sachbearbeiter Karl Schallhart. Letztes Jahr wurden 1215 Reisepässe und Personalausweise beantragt, heuer waren es bereits bis Anfang Juni 781 Stück. Ebenso umfangreich gestaltet sich die Abwicklung von Wahlen mit der Führung des Wählerverzeichnisses und der Ausstellung von Wahlkarten.
Auch das Fundbüro wird vom Meldeamt verwaltet. Am häufigsten werden Schlüssel, Geldtaschen, Sonnenbrillen und Handys abgegeben. "Ein Jahr lang verwahren wir die Gegenstände, danach werden sie entweder entsorgt oder gespendet", sagt Karl Schallhart. Besonders praktisch ist dabei die Onlinesuche — in der zentralen Funddatenbank unter www.fundamt.gv.at sind nahezu alle Fundbüros in ganz Österreich vernetzt, auch Verlustmeldungen können hier schnell und einfach erstellt werden. Im gesamten Bürgerbüro sind darüber hinaus auch noch VVT- und Regiobustickets, Wörgl-Gutscheine, Gelbe Säcke, Biomüllsäcke und Energycards erhältlich.

Komplettiert wird das Bürgerbüro durch die Abteilung Sozial- und Wohnungswesen. Die drei Sachbearbeiterinnen Denise Egger, Angela Pecherstorfer und Viktoria Fischer kümmern sich unter anderem um Ansuchen für die 1740 Sozialwohnungen, bei denen die Stadtgemeinde Wörgl das Vergaberecht hat. Denise Egger betont, dass die Anträge zwar im Bürgerbüro vorbereitet werden, die Entscheidung über die Vergabe jedoch im Wohnungsausschuss erfolgt. Die Warteliste der Wohnungswerber wird regelmäßig aktualisiert, derzeit sind 386 Ansuchen erfasst. Vergeben werden die Wohnungen nach den genauen Kriterien der städtischen Wohnungsvergaberichtlinien, die auch online einsehbar sind.
Die Abteilung Sozialwesen ist auch für soziale Beihilfen, wie etwa die Mindestsicherung, zuständig. "Die Zahl der Ansuchen ist in letzter Zeit extrem gestiegen. Ich bekomme hier viele Schicksale mit, die mir oft richtig nahe gehen", sagt Egger. Doch genau diese Emotionalität birgt mitunter auch ein Risiko in sich: "Die Menschen, die zu uns kommen, befinden sich oft im inneren Ausnahmezustand, ich habe auch schon Beschimpfungen und Drohungen erhalten. Trotzdem habe ich hier meinen Traumjob gefunden, ich helfe gerne Menschen und kann gut mit emotionalen Situationen umgehen", so Denise Egger abschließend.

Die nächste Stadtamtsabteilung stellt sich in der Doppelausgabe des Stadtmagazins im Dezember/Jänner vor!