Die BFW Wörgl tanzt für ein Thema, das alle angeht

Die BFW Wörgl tanzt für ein Thema, das alle angeht

Gruppenbild der Ehrengäste und Schülerinnen: (v.l.n.r) Hedi Wechner (BM Wörgl), Christine Wright-Kainer (GF Evita), Brigitte Winkler (GF Evita), Christina Ritter (P-Leitung), Max Friedrich (Referent), Laura Hechenblaikner (Klasse 2 A), Maria Berktold (Künstlerin Bitumenbilder), Elisabeth Lehmann (GF Evita), Nina Wechselberger (Klasse 2A), Helga Dobler-Fuchs (Dir.), Helga Schiegl (Künstlerin Schwarzbeton), Astrid Mair (Bezirkspolizeikomm. Kufstein)

Foto © Stadtgemeinde Wörgl

Am Mittwoch, den 27. November 2019 setzte die Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe mit Aufbaulehrgang in Wörgl im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ ein klares Statement. „Unsere SchülerInnen kennen die Problematik und wissen, dass man dagegen vorgehen muss“, so die Schulleiterin Mag. Helga Dobler-Fuchs. Die Direktorin stützt sich in ihrer Aussage vor allem auf das Engagement der SchülerInnen, die nicht nur voller Elan während der Unterrichtszeit gearbeitet haben, sondern auch ihre Freizeit in die Vorbereitungen des Projektes investiert haben.

Schon ab 17.00 Uhr wurden Fotos an die Schulfassade projiziert, die nicht nur auf die psychische und physische Gewalt an Frauen aufmerksam machen, sondern auch Hoffnung vermitteln sollen. Die Lichtinstallation läuft noch bis zum 10. Dezember jeweils von 17.00-21.00 Uhr und soll Helligkeit ins Dunkel der Thematik bringen. Mit dem Kurzfilm „One billion rising“ und der Tanzperformance Break the Chain“ wurde die Veranstaltung offiziell eröffnet.

Schulleiterin Helga Dobler-Fuchs konnte anschließend viele Ehrengäste begrüßen. Unter anderem auch Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner, die Geschäftsführerinnen der Frauen- und Mädchenberatungsstelle Evita, Christine Wright-Kainer, Brigitte Winkler und Elisabeth Lehmann, Anna-Andrea Weiskopf von der Bildungsdirektion Ost, die Vertreterinnen des Frauenhauses Tirol, Hauptmann Astrid Mair vom Bezirkspolizeikommando Kufstein und die Direktionen einiger höherer Schulen und Neuen Mittelschulen. In diesem festlichen Rahmen hatten dann auch die SchülerInnen die Gelegenheit, ihre Projekte vorzustellen. Die 2. Klasse der Fachschule gestaltete mit den beiden Tiroler Künstlerinnen Maria Berktold und Helga Schiegl einige Kunstwerke: Die Skulpturen aus Schwarzbeton symbolisieren die Dunkelheit der Seele, die Bilder zeigen das Fehlen der Logik und die bestehende Ignoranz, wenn es um diese Thematik geht. Die zweite Klasse des Aufbaulehrganges steuerte unter dem Motto „Frauen stark für Frauen“ die Einladungen und Postkarten mit dem eigens gestalteten Logo und Kekse bei, die durch das Allergenhinweisschild darauf aufmerksam machen, dass jeder gegen Gewalt allergisch ist. Auch die Maturaklasse beteiligte sich mit einem Projekt. Sie gestaltete eine Wanderausstellung, die zeigen soll, dass Gewalt nicht ortsgebunden ist.

Mit einem Vortrag von Prof. Max Friedrich endete der offizielle Teil dieser Veranstaltung. Der renommierte Jugend- und Kinderpsychiater beschäftigt sich zeit seines Berufslebens mit Missbrauchsopfern, Prävention und Nachsorge. Er zeigte anhand einprägsamer Beispiele auf, wie Kinder unter Gewalt, sei es nun körperlicher oder seelischer Art, leiden. „Dass es immer noch sehr viele Kinder und Jugendliche gibt, die misshandelt werden, liegt oft daran, dass Erwachsene nicht wahrnehmen wollen, was um sie herum passiert.  Die Verunsicherung, wie man als Erwachsener mit der Situation umgehen soll, führt oft zu Verleugnung der Tatsachen und nur die Überwindung der eigenen Angst kann den Opfern der Gewalt helfen.“ In diesem Sinne appellierte Friedrich mehrere Male an das Publikum, aufmerksam zu sein, Signale richtig zu deuten und zu lernen, den Kindern zuzuhören. Ein liebevoller Umgang mit Kindern müsse in die Welt hinausgetragen werden, denn nur so könne sich die Situation ändern.

Text: Bundesfachschule für wirtschaftliche Berufe