Stadtwerke Wörgl starten RE USE-Projekt

Stadtwerke Wörgl starten RE USE-Projekt

Sind alle vom Projekt RE USE überzeugt: (v.l.n.r.) Heinz Scherfler und Gerhard Thurner vom Roten Kreuz, Margit Exenberger vom AMS Kufstein, Stadtwerkechef Reinhard Jennewein, Bürgermeisterin Hedi Wechner, Kerstin Egger von der Volkshilfe Tirol und Mitinitiator Richard Götz. (Foto Stadtgemeinde Wörgl)

RE USE – hinter diesem anglikanischen Begriff steckt mehr als nur die wortwörtliche Übersetzung „Wiederverwendung“. Denn die Stadtwerke Wörgl leisten mit diesem Projekt in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, der Volkshilfe Tirol und dem AMS Kufstein nicht nur einen weiteren wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung, sondern schaffen damit auch vor allem im sozialpartnerschaftlichen Bereich Arbeitsplätze.

Anlässlich einer Pressekonferenz mit sämtlichen Beteiligten wurde das RE USE-Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Für BGM Hedi Wechner ist die Wegwerfgesellschaft an ihre Grenzen gestoßen: „Wiederverwertbarkeit allgemein zugänglich zu machen, ist Sinn und Aufgabe des RE USE Konzeptes. Dass das AMS, das Rote Kreuz und die Volkshilfe dafür gewonnen werden konnten, zeigt die Wichtigkeit dieses Vorhabens und auch dessen Notwendigkeit“. Für Initiator Reinhard Jennewein, Geschäftsführer der Stadtwerke Wörgl liegen bei diesem Projekt die Vorteile auf der Hand: „Zum einen können im Rahmen dieses Projekts brauchbare Gegenstände der Wiederverwendung zugeführt und damit die Umwelt geschont werden, zum anderen entwickelt sich daraus auch ein wichtiger sozialwirtschaftlicher Beitrag. Zudem bleibt die Wertschöpfung in der Region“. Einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Projektes leistete auch GR Richard Götz, der sich für diese Initiative sehr begeistern konnte: „Immer, wenn ich für funktionstüchtige Geräte keine Verwendung mehr fand und diese notgedrungen dem stadteigenen Wertstoffsammelzentrum zur Entsorgung überlassen musste, dachte ich mir, welch eine Verschwendung das eigentlich ist. Weil es nämlich viele Menschen gibt, die diese Geräte noch brauchen könnten. Menschen die froh wären, Sachen gratis oder äußerst günstig erwerben zu können“.

RE USE funktioniert ganz einfach

Um die brauchbaren Alltagsgegenstrände, die jemand selbst nicht mehr benötigt, einer Wiederverwendung zuführen zu können, wird seitens der Stadtwerke Wörgl eine RE USE-Sammelbox zur Verfügung gestellt, die im Kundenbüro der Stadtwerke, beim Wertstoffhof Wörgl sowie im Bürgerbüro der Stadtgemeinde Wörgl abgeholt werden kann. Sobald die Box voll ist, kann diese direkt beim Wertstoffhof abgegeben werden. Von dort aus wird sie dann an das Rote Kreuz und die Volkshilfe Werkbank abgeholt und zum Wiederverkauf aufbereitet.

RE USE-Box ist kein Abfallbehälter!

In diese Box sollen nur Alltagsgegenstände, die jemand selbst nicht mehr braucht, aber noch funktionsfähig und gut erhalten sind, gesammelt werden. Reinhard Jennewein dazu: „Deshalb sollte man sich jedes Mal aufs Neue selbst fragen: „Würde ich diesen Gegenstand bei Bedarf noch benutzen oder an andere Bekannte weitergeben?“ Das gilt für sämtliche Gegenstände, die in der RE USE-Box der Wiederverwendung zugeführt werden sollen.

Was darf in die RE USE-Box?

Die RE USE Box ist ein praktisches Sammelsystem für wiederverwendbare Gegenstände wie Bücher, Geschirr und Hausrat, Werkzeug, Spielzeug, Sportartikel, Elektrogeräte etc. Damit dann auch kein Abfall oder sperriges Gut in die RE USE-Box gelangt, wird bei der Abgabestelle im Wertstoffhof jede Box bei Abgabe kontrolliert. Denn die RE USE Box ist kein Mülleimer.

Alle waren sofort dabei

Das war für die Initiatoren Reinhard Jennewein und Richard Götz sehr erfreulich. Denn Volkshilfe, Rotes Kreuz wie auch das AMS konnten sich für dieses Projekt sofort begeistern. Die Geschäftsführerin der Volkshilfe Tirol, Kerstin Egger sieht vor allem in derartigen Kooperationen die Möglichkeit, möglichst effizient und nachhaltig zu wirken und hofft auf rege Beteiligung durch die Bevölkerung. In dieses Horn stößt auch Heinz Scherfler, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes, der hofft, dass dieses Projekt auch zahlreiche Nachahmer findet. „Denn es ist ein Projekt für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zum Schutz der Umwelt und zur Förderung sozial benachteiligter Menschen. Für Margit Exenberger, Geschäftsstellenleiterin des AMS Kufstein ist dies vor allem für jene, denen die Integration in den Arbeitsmarkt nicht sofort gelingt ein sinnvoller Zwischenschritt in Form einer Beschäftigung. Und BGM Hedi Wechner fügte als Obfrau des Abfallentsorgungsverbandes und des Planungsverbandes 29 noch hinzu: „Sollte das Projekt gut anlaufen, ist auch angedacht, das Projekt RE USE gemeindeübergreifend einzuführen“.