Wasserverbände im Unterinntal konstituiert: Hochwasserschutz in den Händen der Gemeinden

Wasserverbände im Unterinntal konstituiert: Hochwasserschutz in den Händen der Gemeinden

Der Vorstand des neu gegründeten Wasserverbandes mit Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer (2.v.l.): (v.l.n.r.) Bgm. Bernhard Zisterer (Kramsach), Bgm. Rudolf Puecher (Brixlegg), Obfrau Bgm. Hedi Wechner (Wörgl), Bgm. Anton Hoflacher (Kundl), Bgm. Bernhard Freiberger (Rattenberg) und Bgm. Alois Margreiter (Breitenbach). Nicht im Bild Vorstand Bgm Josef Auer aus Radfeld. (Foto © Stadtgemeinde Wörgl)

Beinahe zeitgleich haben sich am Mittwoch, den 2. Juni 2021 die Wasserverbände im Unteren und im Mittlere Unterinntal konstituiert. Damit gehen die weiteren Planungsarbeiten, die Gespräche mit den GrundeigentümerInnen sowie die Umsetzung des Hochwasserschutzes für in Summe 3.700 Wohn- und Betriebsgebäude sowie 280 Hektar Bauland endgültig in die Hände der Gemeinden über. Zu Obleuten der Wasserverbände wurden die Wörgler BGMin Hedi Wechner im Unteren und der Schwazer BGM Hans Lintner im Mittleren Unterinntal gewählt.

„Wir werden in den nächsten Wochen den Auftrag für die Erstellung eines Einreichprojekts erteilen, die Gespräche mit den GrundeigentümerInnen fortsetzen und Planungsabschnitte festlegen“, skizziert Obfrau Bgmin Hedi Wechner den Fahrplan für das Untere Unterinntal. Im Mittleren Unterinntal ist für Ende Juni die Präsentation des aktuellen Planungsstandes geplant. „Hohe Priorität hat gerade jetzt die Sicherung von Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätzen. Eine der ersten Maßnahmen im Mittleren Unterinntal wir daher die detaillierte Planung für den Hochwasserschutz Jenbach sein“, führt Obmann Bgm Hans Lintner aus.

20 Gemeinden und vier Infrastrukturträger

Der Wasserverband Hochwasserschutz Unteres Unterinntal besteht aus den sieben Gemeinden von Brixlegg bis Wörgl, der Wasserverband Mittleres Unterinntal aus den 13 Gemeinden von Terfens bis Reith i. Alpbachtal. Neben den Gemeinden sind in beiden Verbänden auch die Infrastrukturträger ÖBB, ASFINAG, TIWAG und die Landesstraßenverwaltung vertreten.

Zum Schutz vor Hochwasser sind nach derzeitigem Planungsstand entlang des Inn zwischen Terfens und Angath 76 km Mauern und Dämme sowie sieben Retentionsräume zum Schutz des Siedlungsgebietes geplant. Die Retentionsräume sollen im Hochwasserfall das durch die Dämme und Mauern am Ausufern gehinderte Wasser gezielt auffangen und haben ein Fassungsvermögen von in Summe 1,65 Milliarden Liter Wasser. Als Retentionsräume werden ausschließlich Flächen herangezogen, die bereits jetzt bei einem 100-jährlichen Hochwasser überflutet werden.

Schadenspotenzial 850 Millionen Euro

Ein 100-jährliches Hochwasserereignis würde in den 20 Gemeinden von Terfens bis Wörgl einen Schaden von rund 850 Millionen Euro anrichten. Die Kosten für den Hochwasserschutz können aufgrund des derzeitigen Planungsstandes nicht genau beziffert werden, liegen aber jedenfalls deutlich unter dem Schadenspotenzial. Die Planungskosten auf Basis des aktuellen Projektstandes für die Hochwasserschutzprojekte übernehmen Bund und Land zu 100 Prozent. Für die Errichtung des Hochwasserschutzes leistet der Bund 80 bis 85 Prozent der förderfähigen Kosten.

Geschäftsstellen in Wörgl und Schwaz

Die Projektleitung für die Hochwasserschutzprojekte übernehmen ab sofort die Geschäftsstellen der Wasserverbände. Im Unteren Unterinntal ist die Geschäftsstelle in Wörgl angesiedelt und wird von Martin Rottler geleitet. In Kürze ausgeschrieben wird die Position der Geschäftsführung für den Wasserverband Hochwasserschutz Mittleres Unterinntal mit Sitz in Schwaz. Die Bundeswasserbauverwaltung, die Baubezirksämter und die Abteilung Bodenordnung werden die Wasserverbände weiterhin fachlich begleiten.

Mehr Informationen dazu unter:

www.hochwasserschutz-unterinntal.at

Veröffentlicht: 07.06.2021