Kunst_Geld_Versprechen
Beginn: 19:30
Straße: Brixentaler Straße 1
Ort: Kulturraum Wörgl
Kunst_Geld_Versprechen
Ein Abend mit dem Berliner Künstler Sven Kalden
Vortrag, Buchvorstellung und Diskussion
Das Unterguggenberger Institut präsentiert im neuen Kulturraum Wörgl, Brixentaler Straße 1 (2. Stock im Kirchenwirt) am Freitag, 10. November 2023, ab 19:30 Uhr Arbeiten des Berliner Künstlers Sven Kalden, der bereits mehrfach Arbeiten dem Thema Geld und Schulden widmete. Kalden stellt seine Kunst-Aktionen mittels Vortrag vor, anschließend Diskussion.
Ob LBB – Lina Braake Bank, MAD – Mad as hell Bank oder XXL-Kerbhölzer & GiniBank, Sven Kalden geht in seinen Kunstprojekten dem Thema Geldschöpfung und Verteilung auf den Grund. Sven Kaldens Banken beschäftigen sich mit unserem widersprüchlichen Verhältnis zu Geld und Schulden, ungerechter Vermögensverteilung und dem brisanten Privileg privater Geldschöpfung.
„Wir machen unser Geld jetzt selbst“ heißt es in der Lina Braake Bank. Braakteaten im Siebdruck-Verfahren, zum Freikauf von Wohnraum. Kalden thematisiert die Auswirkungen der Ökonomisierung von Wohnraum und die sozialen Auswirkungen der privaten Geldschöpfung. Die Interessen der Finanzwirtschaft verdrängen Menschen aus ihren Wohnungen und treiben die Preise nach oben. Die Arbeit MAD stellt die gesellschaftliche Polarisierung und steigende Unzufriedenheit großer Bevölkerungsteile in den Mittelpunkt.
Mit Kerbhölzern im Großformat – XXL – zeigt Sven Kalden den Schuldenstand der Stadt Berlin an. 14 Kerbhölzer umfasst seine Installation vor der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen. Er versuchte auch, die Gegenstücke bei den Kreditgebern aufzustellen. Neben dem Kerbholzstapel lädt die Ginibank Passanten zum Betrachten ein. Der Gini-Vermögenskoeffizient misst die Verteilung der Vermögen einer Gesellschaft.
Im 108 Seiten umfassenden Katalog zu den Arbeiten sind weiters Texte zu den Themen Mythos Geldknappheit, Erinnerung an David Graeber, über die politische Fiktion monetärer Neutralität, die moderne Beglaubigung des Geldes durch das Opfer und die Versprechen von Geld und Kunst enthalten. TextautorInnen sind Christina von Braun, Stefan Fuchs, Samirah Kenawi, Aaron Sahr, weiters zwei Transkriptionen von Karin Baumert und Maurice Höfgen, Bankanfragen von Christina Kolbe und ein Interview von Stefan Ripplinger. Der Katalog, ISBN: 978-3-86485-293-09, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa der Stadt Berlin, erschienen im Textem Verlag Hamburg 2023, ist um 30,- Euro erhältlich. Sprache: Deutsch/ Englisch
Weiter Info zum Künstler: https://www.sven-kalden.de
Eine Veranstaltung des Unterguggenberger Institutes im Rahmen des 20-Jahr-Jubiläums In Kooperation mit dem Chiemgauer Regiogeld Verein. Eintritt: Freiwillige Spenden. Weitere Info: unterguggenberger.org

